language
Automatically detected

We have pre-selected English and US Dollar ($) for you.

ARTUMOS
Reform der Alterssicherung: Rentenalter soll steigen
Arbeit & New Work

Reform der Alterssicherung: Rentenalter soll steigen

Reform der Alterssicherung: Rentenalter soll steigen

Die Reform der Alterssicherung in Deutschland sieht vor, dass das Rentenalter bis 2051 auf 68 Jahre angehoben wird. Dies kündigte Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) während eines Bürgerdialogs in Berlin an. Die Reform basiert auf den Empfehlungen einer Kommission, die insgesamt 30 Vorschläge erarbeitet hat, um die Rentenversicherung für alle Generationen tragfähig zu gestalten. Die Kommission, bestehend aus 13 Mitgliedern, hat in den letzten fünf Monaten an den Vorschlägen gearbeitet. Am Dienstag wird der offizielle Vorschlag an Bas und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) übergeben.

Ein zentrales Ziel der Reform ist es, die Rentenversicherung für zukünftige Generationen bezahlbar zu halten, insbesondere angesichts der bevorstehenden Pensionierung der Babyboomer. Ein weiterer wesentlicher Punkt der Reform ist die Abschaffung der sogenannten „Rente mit 63“. Diese Regelung ermöglicht es Beschäftigten, nach 45 Beitragsjahren ohne Abschläge in Rente zu gehen. Die Kommission plant, stattdessen eine beitragsfinanzierte Kapitalsäule einzuführen, die höhere Renten für die heute Jüngeren ermöglichen soll. Das Rentenalter soll schrittweise an die steigende Lebenserwartung angepasst werden.

Nach den Berechnungen der Kommission könnten Beschäftigte im Jahr 2041 erst mit 67,5 Jahren in Rente gehen. Diese Anpassungen sollen regelmäßig überprüft werden, um sicherzustellen, dass sie den demografischen Veränderungen Rechnung tragen. Um den Wegfall des früheren Renteneintritts abzufedern, sind Vertrauensschutz und Übergangsfristen vorgesehen. Welche Jahrgänge von diesen Änderungen betroffen sein werden, ist derzeit noch Gegenstand von Prüfungen. Die Bundesregierung plant, die Vorschläge der Kommission in den kommenden Wochen zu diskutieren und gegebenenfalls in Gesetzesform zu bringen.

Die Reaktionen auf die Reformvorschläge sind gemischt. Die Linken-Fraktionsvorsitzende Heidi Reichinnek bezeichnete die Vorschläge als „Schlag in die Magengrube“ und kritisierte, dass sie mehr Druck auf die Menschen ausüben würden. Der Sozialverband Deutschland äußerte Bedenken hinsichtlich der geplanten Kapitalsäule, da die Erträge aus dieser nicht kalkulierbar seien. Verdi-Chef Frank Werneke wies darauf hin, dass die Pläne der Kommission in vielen Berufen an der Lebenswirklichkeit der arbeitenden Menschen vorbeigingen. Er betonte, dass die körperlichen und psychischen Belastungen in vielen Berufen so hoch seien, dass ein Renteneintrittsalter von 67 Jahren für viele unerreichbar sei.

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, äußerte sich in der „Rheinischen Post“ positiv zu den Reformvorschlägen und bezeichnete sie als Schritt in die richtige Richtung. Er betonte jedoch, dass die Umsetzung der Vorschläge entscheidend für deren Erfolg sei. Die Bundesregierung plant, die Reformvorschläge in den kommenden Monaten zu prüfen und gegebenenfalls in den Bundestag einzubringen. Ein konkreter Zeitrahmen für die Umsetzung der Reform steht derzeit noch nicht fest. Die Rentenkommission hat in ihrer letzten Sitzung am Montag letzte redaktionelle Anpassungen an den Vorschlägen vorgenommen. Die offizielle Übergabe der Empfehlungen an die Bundesregierung ist für den 21. Juni 2026 vorgesehen.

Tags: Rente Alterssicherung Reform Deutschland Politik Bärbel Bas Friedrich Merz

Kommentare (0)

Kommentar schreiben

Wird nach Prüfung freigeschaltet

Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!