US-Diplomat fordert Taiwan zur Drohnennutzung auf
Taiwan sieht sich fortwährenden Drohungen Chinas ausgesetzt. Der Direktor des American Institute in Taiwan, Raymond Greene, hat auf einem Drohnenforum in Taichung betont, dass Taiwan zur Abschreckung gegen einen möglichen Angriff Chinas auf Drohnen setzen sollte. Greene erklärte, dass die Umwandlung Taiwans in ein "Hornissennest" aus Luft-, Oberflächen- und Unterwasserdrohnen Konflikte wirksamer verhindern könnte. Greene hob hervor, dass Drohnen nicht nur neue Geschäftsmöglichkeiten bieten, sondern auch die Sicherheit Taiwans verbessern und den Frieden in der gesamten indopazifischen Region stärken könnten. Er erwähnte auch die Möglichkeit von Investitionen Taiwans in die US-Drohnenindustrie, um eine solide Produktionsbasis für die demokratische Welt zu schaffen.
Um die Drohnenindustrie zu fördern, hat die taiwanesische Regierung Mitte Juni einen Sonderhaushalt für den Zeitraum von August 2026 bis Dezember 2031 vorgeschlagen. Dieser sieht eine Obergrenze von bis zu 210 Milliarden Taiwan-Dollar (fast 5,8 Milliarden Euro) vor. Der Entwurf umfasst verschiedene Drohnentypen, darunter Küstenüberwachungsdrohnen und kleine unbemannte Kamikaze-Boote. Das taiwanesische Parlament muss dem Vorschlag noch zustimmen. Die größte Oppositionspartei, die derzeit die Mehrheit im Parlament stellt, hat einen Gegenentwurf vorgelegt, der eine höhere Obergrenze von 240 Milliarden Taiwan-Dollar über einen Zeitraum von sechs Jahren vorsieht.
Dieser soll nicht aus einem Sonderhaushalt, sondern aus dem regulären Haushalt finanziert werden. Die Spannungen in der Region sind aufgrund der fortwährenden Drohungen Chinas gegen Taiwan hoch. Die Volksrepublik betrachtet Taiwan als Teil ihres Staatsgebiets, obwohl die Inselrepublik seit Jahrzehnten eine unabhängige und demokratisch gewählte Regierung hat. China hat bereits mit dem Einsatz militärischer Mittel gedroht, sollte Taiwan nicht friedlich eingegliedert werden. Die Vereinigten Staaten, die offiziell keine diplomatischen Beziehungen zu Taiwan unterhalten, gelten als Taiwans wichtigster Sicherheitspartner.
Greene betonte, dass die Zusammenarbeit zwischen den USA und Taiwan bei der Drohnenentwicklung die Risiken von Unterbrechungen in Lieferketten verringern und die Abschreckungsfähigkeiten der freien Welt stärken könnte. Die Diskussion über die Drohnenstrategie kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die militärischen Spannungen in der Region zunehmen. Die USA haben in der Vergangenheit wiederholt ihre Unterstützung für Taiwan bekräftigt, während China seine militärischen Aktivitäten in der Nähe der Insel verstärkt hat. Greene wies darauf hin, dass die Entwicklung einer starken Drohnenkapazität für Taiwan entscheidend sein könnte, um die eigene Sicherheit zu gewährleisten. Die taiwanesische Regierung hat bereits Schritte unternommen, um die Drohnenindustrie auszubauen.
Der Vorschlag für den Sonderhaushalt ist Teil einer umfassenderen Strategie, die darauf abzielt, die Verteidigungsfähigkeiten des Landes zu stärken. Die Investitionen in Drohnentechnologie könnten auch dazu beitragen, die Innovationskraft der taiwanesischen Industrie zu fördern. Greene schloss seine Ausführungen mit der Feststellung, dass die Transformation Taiwans in ein "Hornissennest" aus Drohnen nicht nur die nationale Sicherheit stärken würde, sondern auch als Signal an China verstanden werden könnte. "Nichts wird Konflikte wirksamer verhindern, als diese Strategie umzusetzen", sagte er. Der Vorschlag zur Förderung der Drohnenindustrie wird voraussichtlich in den kommenden Wochen im Parlament diskutiert. Die Entscheidung über den Sonderhaushalt könnte bereits im August 2026 fallen.
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