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Urteilsverkündung im Klette-Prozess erwartet
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Urteilsverkündung im Klette-Prozess erwartet

Urteilsverkündung im Klette-Prozess erwartet

Im Landgericht Verden wird heute das Urteil im Prozess gegen die ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette erwartet. Nach mehr als einem Jahr Verhandlung sind die Plädoyers abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft sieht Klette als Hauptverantwortliche für mehrere bewaffnete Raubüberfälle auf Geldtransporter und Supermärkte, während die Verteidigung die Schuld bestreitet. Die Anklage umfasst insgesamt acht Überfälle, die zwischen 1999 und 2016 in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen verübt wurden. Dabei soll Klette mit ihren mutmaßlichen Komplizen Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub mehr als zwei Millionen Euro erbeutet haben.

Fünf Taten wurden im Laufe des Verfahrens nicht weiter verfolgt. Klette wurde im Februar 2024 in ihrer Berliner Wohnung festgenommen. Bei der Durchsuchung fanden die Ermittler Waffen, Munition, eine Panzerfaust-Attrappe, gefälschte Ausweise, Perücken, Gold und 240.000 Euro Bargeld. Ihre Komplizen sind weiterhin auf der Flucht. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Haftstrafe von 15 Jahren für Klette.

Die Anklagepunkte umfassen versuchten Mord, schweren bandenmäßigen Raub und Verstöße gegen das Waffengesetz. Der Vorsitzende Richter äußerte jedoch Zweifel an der Einstufung des Überfalls auf einen Geldtransporter am 6. Juni 2015 in Stuhr als versuchten Mord. Bei diesem Überfall hatten drei Maskierte versucht, an die Ladung von rund eine Million Euro zu gelangen. Trotz mehrerer Schüsse gelang es den Tätern nicht, die Türen des Transporters zu öffnen, und sie flohen ohne Beute.

Staatsanwaltschaft wertet diese Tat als versuchten Mord, während die Nebenklage eine Verurteilung wegen versuchten schweren Raubes fordert. Die Verteidigung argumentiert, dass es keine Beweise für Klette's Beteiligung an den Raubüberfällen gebe. Ihre Anwälte betonen, dass lediglich ein Verstoß gegen das Waffengesetz nachgewiesen sei. Die Verteidigung fordert die Freilassung der Angeklagten und stellt die Identität der tatsächlichen Täter in Frage. Die Beweislage wird im Prozess unterschiedlich bewertet.

Während die Staatsanwaltschaft und die Nebenklage von Klette's Schuld überzeugt sind, sieht die Verteidigung erhebliche Zweifel an der Anklage. Der Fortgang des Verfahrens könnte von den Anträgen der Verteidigung abhängen, die im Schlussvortrag gestellt wurden. Die Entscheidung des Gerichts wird heute erwartet. Sollte das Gericht die Anträge der Verteidigung ablehnen, könnte das Urteil noch heute fallen.

Andernfalls könnte sich die Verhandlung verlängern. Die Verhandlung gegen Klette begann im März 2025 und hat seitdem zahlreiche Zeugen und Beweismittel hervorgebracht. Die Staatsanwaltschaft sieht Klette als „Schwerverbrecherin“ und fordert eine angemessene Strafe für die schweren Vergehen. Die Urteilsverkündung könnte noch heute erfolgen, abhängig von den Entscheidungen des Gerichts über die Anträge der Verteidigung.

Tags: Klette Prozess Verden RAF Raubüberfälle Urteil

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